Jüdisches Leben
in Bayern

Steinhart Synagoge

Nachdem die jüdische Gemeinde Steinhart schon im 17. Jahrhundert mehr als zwanzig Familien umfasste, ist für diese Zeit von der Existenz einer Synagoge auszugehen. Weitere Einzelheiten über Standort oder Ausstattung sind allerdings nicht bekannt.

Einzelheiten zur Geschichte der Synagoge in Steinhart sind erst einem Bericht in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17.10.1840 zu entnehmen. Demnach war die 1838 erlassene neue Synagogenordnung für Mittelfranken der Anlass für eine umfassende Sanierung des Innenraums. Dies betraf wahrscheinlich auch die Ersetzung der bisherigen Synagogenstände durch bankreihenartige Subsellien, wie es im Paragraf 5 angeordnet wurde. Eine weitere Neuerung war die Bildung eines Chores aus männlichen Schülern und Jugendlichen, die an Schabbat und an den Festtagen den Gottesdienst mit Choralgesang begleiteten. Die Beschränkung auf männliche Sänger verweist auf die orthodoxe Tradition. Nach der Neuöffnung der renovierten Synagoge am 6. September 1839 war sie auch das Ziel für eine Delegation der jüdischen Gemeinde Dittenheim, die ihre Synagoge nach dem Vorbild von Steinhart erneuern wollten.

Die massive Abwanderung der jüdischen Einwohner aus Steinhart führte um 1880 zum Verkauf des Synagogengebäudes. Es ist nicht genau festzustellen, ob dieses Gebäude in der Folgezeit abgerissen oder umgebaut wurde. Das auf dem Grundstück stehende Gebäude ist ein Wohnhaus.