Jüdisches Leben
in Bayern

Steinbach Synagoge

Die jüdischen Einwohner von Steinbach waren den Freiherren von Hutten-Stolzenberg abgabepflichtig. Diese errichteten in den 1760er Jahren ein Mietshaus ("Judnehof") für ihre Schutzjuden. Für den darin befindlichen Betsaal, der manchmal auch als Synagoge bezeichnet wurde, mussten die Israeliten ebenfalls Miete bezahlen. Als sie 1837 diese Gebühr schuldig blieben, sperrte ihnen die Herrschaft diesen Raum. Eine Beschwerde an die Kreisregierung blieb ohne Erfolg, da das Haus als freies Eigentum der Gutsherrschaft angesehen wurde. Nach dem Tod des Lehrers und Vorsängers Lazarus Eisemann 1889 konnte kein Minjan mehr am Ort gebildet werden. Die letzten jüdischen Einwohner von Steinbach wurden 1896 der IKG Lohr eingegliedert. (Christine Riedl-Valder)

Literatur

  • Hans Schlumberger / Cornelia Berger-Dittscheid: Lohr mit Steinbach. In: Wolfgang Kraus, Gury Schneider-Ludorff, Hans-Christoph Dittscheid, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/1: Unterfranken, Teilband 1. Erarbeitet von Axel Töllner, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Hans Schlumberger unter Mitarbeit von Gerhard Gronauer, Jonas Leipziger und Liesa Weber, mit einem Beitrag von Roland Flade. Lindenberg im Allgäu 2015, S. 257-271.