Jüdisches Leben
in Bayern

Segnitz Synagoge

Eine Synagoge lässt sich in Segnitz erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nachweisen, da ein Dekret des Kammeramts Mainbernheim vom März 1786 eine alljährlich von den Segnitzer Juden zu zahlende Konzessionsabgabe für den Unterhalt der Synagoge vorschreibt. Wahrscheinlich handelte es sich bereits um das Gotteshaus am westlichen Ortsrand von Segnitz, in einem Gebäude aus dem 16. oder 17. Jahrhundert direkt an der Befestigungsmauer (Plan-Nr. 59, heute Linsengasse 14).

Das massive Erdgeschoss des zweigeschossigen, schmalen Baus mit einem auskragenden Fachwerkobergeschoss und einem Satteldach ist rund 15 Meter lang und rund 6 Meter breit. Über die Ausstattung der Synagoge ist nichts weiter bekannt. Der nördliche Eingang führte wahrscheinlich in die Wohnung des Vorsängers. Durch den südlichen Eingang waren die Synagoge und die Mikwe im Keller zugänglich. 1845 beschäftigten sich die Behörden mit der Mikwe, weil ihr Zustand nicht mehr den hygienischen Vorgaben entsprach. 1852 beschädigte laut einem Bericht der Kommune Segnitz ein Brand die Synagoge. Nachdem Samuel Spier im Jahr 1897 die Synagoge an die politische Gemeinde verkauft hatte, richtete diese im Haus ein Armenhaus ein.


(Patrick Charell)

Bilder

Adresse / Wegbeschreibung

Linsengasse 14, 97340 Segnitz

Literatur

  • Hans Schlumberger / Hans-Christof Haas: Marktbreit mit Gnodstadt, Marktsteft, Obernbreit und Segnitz. In: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken Teilband 2.2. Erarbeitet von Cornelia Berger-Dittscheid, Gerhard Gronauer, Hans-Christof Haas, Hans Schlumberger und Axel Töllner unter Mitarbeit von Hans-Jürgen Beck, Hans-Christoph Dittscheid, Johannes Sander und Elmar Schwinger, mit Beiträgen von Andreas Angerstorfer und Rotraud Ries. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 1158-1240.
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 122.

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