Jüdisches Leben
in Bayern

Schwandorf Synagoge

Die seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in Schwandorf ansässigen Juden und Jüdinnen waren Mitglieder der Kultusgemeinde Amberg. Da der Weg zur Amberger Synagoge jedoch 24 Kilometer betrug, zog man es zumeist vor, die jüdischen Gottesdienste in der Heimatstadt zu feiern. Zu Beginn der 1920er Jahr diente dazu ein Zimmer im Wohnhaus der Familie Levy (Marktplatz 26). Später verlegte man die Messen in das Obergeschoss des Geschäftshauses Bloch (Dr.-Martin-Luther-Str. 2). Für den Gottesdienst wurden drei Torarollen erworben. Einmal in der Woche besuchte der Amberger Melamed die Schwandorfer Gemeinde, um hier Religionsunterricht zu halten. Gelegentlich betätigte er sich zusätzlich als Chasan. Manchmal reisten die Schwandorfer Juden auch zu den großen Festgottesdiensten, die in den Synagogen von Regensburg und Amberg abgehalten wurden.

 

(Christine Riedl-Valder)

Adresse / Wegbeschreibung

Doktor-Martin-Luther-Straße 2, 92421 Schwandorf

Literatur

  • Barbara Eberhardt: Schwandorf. In: Wolfgang Kraus, Berndt Hamm, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. 1: Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern, Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager unter Mitarbeit von Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Frank Purrmann. Lindenberg im Allgäu 2007, S. 286-289.
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 296.