Die alte Synagoge, die vermutlich aus der Barockzeit stammte (Haus-Nr. 37, heute: Am Kreßberg 2) war 1852/53 baufällig und musste wieder grundlegend instand gesetzt werden. Ein Neubau kam aufgrund der knappen finanziellen Mittel nicht in Frage. Das Gebäude bestand aus einem massiven rechteckigen Kellergeschoss, darüber der Männer-Betsaal aus Fachwerk, den ein Satteldach bedeckte. Die Frauen-Synagoge war in einem niedrigen Fachwerkanbau mit Pultdach auf dem gleichen Niveau untergebracht. Der vom Ende des 18. Jahrhunderts stammende Toraschrein war dem barocken Exemplar aus der Synagoge in Geroda nachempfunden. Nach Auflösung der Kultusgemeinde 1879 verblieb der Toraschrein erst noch in der Gesamtgemeinde und wurde zur Schuldentilgung 1927 an den VBIG nach München verkauft. Dort gilt er seit den Novemberpogromen 1938 als verschollen. Den barocken Almemor aus Schondra verschenkte die Verbandsgemeinde zusammen mit dem Aron ha-Kodesch der Geroder Synagoge, Toramänteln, -schilder, Wimpeln und Vorhängen an das Fränkische Luitpoldmuseum in Würzburg, wo diese Ausstattungsstücke 1945 Opfer eines Bombenangriffs wurden. Von der ehemaligen Synagoge haben sich nur Mauerreste erhalten.
(Christine Riedl-Valder)
Adresse / Wegbeschreibung
Am Kreßberg 2, 97795 Schondra
Literatur
- Cornelia Berger-Dittscheid / Axel Töllner: Geroda mit Platz und Schondra. In: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken Teilband 2.1. Erarbeitet von Cornelia Berger-Dittscheid, Gerhard Gronauer, Hans-Christof Haas, Hans Schlumberger und Axel Töllner unter Mitarbeit von Hans-Jürgen Beck, Hans-Christoph Dittscheid, Johannes Sander und Elmar Schwinger, mit Beiträgen von Andreas Angerstorfer und Rotraud Ries. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 130-165.
