Jüdisches Leben
in Bayern

Schnodsenbach Synagoge

Da bereits im 18. Jahrhundert in Schnodsenbach eine jüdische Gemeinde lebte, ist die Existenz eines Betsaal oder eines eigenen Synagogengebäudes wahrscheinlich. Umso mehr, als in den Matrikellisten der 1820er Jahre Samson Michel als Vorsinger und Schächter aufgeführt wird.

Bereits 1833 in der Geographischen Beschreibung des Erzbisthums Bamberg aufgeführt, nennt auch 1847das Ritter's Geographisch-Statistisches Lexikon eine Synagoge, ebenso 1860 das Repertorium des topographischen Atlasblattes Scheinfeld. Auch1867 listet das Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern auf: 283 Einwohner, 57 Juden, eine Synagoge. Dieses Gebäude (heute Ortsstraße Nr. 45 a), dessen Erbauungszeit in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts fällt, hatte auch die Räumlichkeiten für die Schule und wahrscheinlich auch die Lehrerwohnung. Der starke zahlenmäßige Rückgang der Gemeindezahlen seit den 1860er Jahren hatte auch Auswirkungen auf die Synagoge.1862 besuchten Schnodsenbacher bereits regelmäßig die Scheinfelder Synagoge, da sie aufgefordert wurden, für die regelmäßige Nutzung des ihnen zugewiesenen Platzes einen Gulden und 30 Kreuzer an die Scheinfelder Gemeinde zu bezahlen. 1876 kaufte Löb Waldmann einen Manner- und einen Frauenständer in der Synagoge Scheinfeld. Die Orientierung zur größeren Gemeinde Scheinfeld hatte also schon begonnen. Wie lange noch das Synagogengebäude von der Gemeinde genutzt wurde, ist unklar. Anfang der 1890er Jahre war Schnodsenbach bereits eine Filialgemeinde von Scheinfeld. In den Protokollen der IKG Scheinfeld ist auch zum Juni 1899 der Verkauf des Synagogengebäudes für 725 Mark dokumentiert, unter Mitwirkung der letzten beiden noch in Schnodsenbach wohnenden Familienoberhäupter S. Goldmann und Moses Strauß. Nach Umbauten zu Wohnzwecken und zu landwirtschaftlichen Zwecken war die Bausubstanz des Synagogengebäudes 1992 nach den Angaben bei Israel Schwierz (*1943) war die Substanz noch vollständig erhalten: Vier Original-Synagogenfenster, mehrere Fenster in der Lehrerwohnung, im ehemaligen Synagogenraum noch Reste des Aron Hakodesch erkennbar, Stuckdecke und Deckenbemalung sowie einige Säulen im Original erhalten, sowie Spuren der Mesusa an der mittleren Tür. Das ehemalige Synagogengemeinde ist im Bayerischen Denkmal-Atlas verzeichnet.

Bilder

Adresse / Wegbeschreibung

Schnodsenbach 45a, 91443 Scheinfeld

Literatur

  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, S. 190
  • Gesellschaft für Familienforschung in Franken / Staatliche Archive Bayerns (Hg.): Staatsarchiv Nürnberg - Die Judenmatrikel 1813-1861 für Mittelfranken (gff digital, Reihe A: Digitalisierte Quellen, 1 = Staatliche Archive Bayerns, Digitale Medien, 1), Nürnberg 2003