Jüdisches Leben
in Bayern

Sankt Ottilien/Eresing Synagoge

Das DP-Sanatorium bzw. die dort lebende jüdische DP-Gemeinde verfügte im Klostergebäude von Sankt Ottilien über einen Betsaal, der sich im ersten Obergeschoss des Hauses St. Paulus befand. Das Gebäude war ursprünglich ein Pförtnerhäuschen und diente später jahrelang als Prokura. In der DP-Zeit lagerten in den Speicherräumen und im Packraum Kleider und Proviant. Ein Teil der oberen Büroräume wurde in eine Schneiderwerkstatt umgewandelt. Daneben entstand eine jüdische Betstube mit Bibliothek, in der sich täglich 10 bis 20 Betende einfanden. Als Kopfbedeckungen verwendeten sie oft noch ihre KZ-Mützen, und als Gebetsschals dienten weiße Laken. Die Mönche konnten sich aus ihren Räumen im Klostergebäude mit der jüdischen Form des Gottesdienstes auseinandersetzen. Das Gebäude wurde 2018 abgerissen.

Literatur

  • Evita Wiecki: Das jüdische DP-Hospital Sankt Ottilien (1945 bis 1948). Sankt Ottilien 2024, S. 23.