Für die jüdische Gemeinde Rottenbauer wird für 1739 eine Betstube im Haus von Moses Knack vermutet. Die jüdische Gemeinde dürfte in den 1760 so stabil gewesen sein, dass die Ortsherren, die Freiherren von Wolffskeel, einen Synagogenbau bewilligten. Die Aufzeichnungen des katholischen Pfarrers Johann Baptist Kestler beschreiben das Gebäude: "Eine eigene, aus ihren Mitteln erbaute Synagoge mit einem angemessenen Hofraum, der theils mit Zaunstickeln theils mit einer lebendigen Hege eingeschlossen ist. Sie ist ganz von steinen aufgeführt und hat oberhalb der Eingangsthür die Jahreszahl 1764". Eine Renovierung und Erweiterung des Gebäudes (Schulzenstraße 13) erfolgte 1809 bzw. 1811. Von der Synagoge wird erst wieder im Verlauf der Gemeindeauflösung gesprochen.1874 wurde die Synagoge an einen christlichen Privatmann verkauft. Teile des Toraschreins sollen in die Synagoge Reichenberg gekommen sein. Das Gebäude wurde um 1900 als Scheune genutzt und nach 1974 abgerissen und auf dem Grundstück ein Neubau erstellt.
Literatur
- Joachim Braun: Die jüdische Gemeinde in Rottenbauer und ihre wechselvolle Geschichte. In: Ulrich Wagner (Hg.): "Denn das Sterben des Menschen hört nie auf...". Aspekte jüdischen Lebens in Vergangenheit und Gegenwart. Würzburg 1997 (= Schriften des Stadtarchivs Würzburg 11), S. 91-99.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 145.
