Wahrscheinlich befand sich schon im 18. Jahrhundert in einem eingeschossigen jüdischen Fachwerkhaus ein Betsaal, der über einen Hinterhof zu erreichen war (Plan-Nr. 38). Nach der Überlieferung erfolgte der Umbau des Betsaals zur Synagoge in den 1830er Jahren, wobei die Ausstattung weiterhin dem orthodoxen jüdischen Ritus entsprach. In der Mitte des eingeschossigen Fachwerkbaus stand ein achteckiger, aus Holz gefertigter Almemor, der sich an den barocken Vorbildern von Heidingsfeld (Würzburg), Veitshöchheim und Höchberg orientierte. Über einem Vorraum war die vergitterte Frauenempore angebracht, zu der eine Treppe führte. Gusseiserne Kerzenleuchter erleuchteten den relativ kleinen Raums 1843 erwarb die jüdische Gemeinde eine Mikwe.
Nach der Vereinigung der Gemeinden Eichenhausen und Rödelmaier wurde der einfache, von jeweils einer Doppelsäule rechts und links flankierte Thoraschrein der Synagoge in Rödelmaier in die Eichenhäuser Synagoge gebracht. Nachdem die baufällige Synagoge bereits um die Jahreswende 1905/1906 abgebrochen worden war, wurde der Schutt bis Juli 1906 abgeräumt. Vier Jahre später verkaufte die jüdische Kultusgemeinde Eichenhausen-Rödelmaier im Juni 1910 auch das Grundstück, auf dem die ehemalige Synagoge gestanden hatte.
(Stefan W. Römmelt)
Bilder
Literatur
- Gerhard Gronauer / Cornelia Berger-Dittscheid: Eichenhausen mit Rödelmaier. In: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken Teilband 2.1. Erarbeitet von Cornelia Berger-Dittscheid, Gerhard Gronauer, Hans-Christof Haas, Hans Schlumberger und Axel Töllner unter Mitarbeit von Hans-Jürgen Beck, Hans-Christoph Dittscheid, Johannes Sander und Elmar Schwinger, mit Beiträgen von Andreas Angerstorfer und Rotraud Ries. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 684-698.
