Jüdisches Leben
in Bayern

Redwitz Synagoge

In Redwitz an der Rodach gab es vom 17. Jahrhundert bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde. Bereits 1714 ist der Bau eines Hauses für den Vorbeter der jüdischen Gemeinde überliefert. 1716 befand sich ein Betsaal im Obergeschoss eines jüdischen Wohnhauses.

1741 erteilte der Dorfherr Alexander Heinrich von Redwitz die Erlaubnis zum Bau einer Synagoge. Das Gebäude )Haus Nr. 34) wurde in der Ortsmitte neben dem Haus des Vorbeters (Hauptstraße 15) errichtet. Es war etwa 10 Meter lang und 8,5 Meter breit und hatte ein barockes Giebelwalmdach. Das Erdgeschoß war aus Sandstein gemauert. Der Hauptraum bot Platz für 32 Männerstände, die Empore für 31 Frauenstände. Das Gebäude selbst durfte nur in der zweiten Baureihe stehen. Die Mikwe befand sich im Haus der Vorbeters.

Zwischen 1825 und 1862 war Redwitz der Sitz eines Distriktsrabbinats. Rabbiner Moses Gutmann (1807-1862) zählte zu den Reformrabbinern, die gegen die orthodoxe Strömung der Würzburger Rabbiner auftrat. In einem Nachruf in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. März 1862 wird auch die Politik des Königreichs Bayern unter Ludwig I. gegenüber den jüdischen Untertanen beschrieben. Die 1820er Jahre seien eine Glanzperiode der bayerischen Regierungstoleranz gewesen, auch mit dem Anspruch einer qualifizierten Rabbinerausbildung. Nach 1836 unter den Regierungen Abel und Öettingen-Wallerstein habe es "besonders für die Juden eine traurige Hemmung der inneren und äußeren Entwicklung" gegeben.

Nach dem Tod von Moses Gutmann war in der Gemeinde in der Regel ein Lehrer beschäftigt, der auch als Vorbeter und Schächer tätig war. Der anhaltende Wegzug und Umzug in größere Städte führte aber dazu, dass Jonas Nordhäuser, zwischen 1875 und bis zur Schließung der Schule 1879 in Redwitz tätig, der letzte Lehrer und Vorbeter gewesen sein dürfte. 1891 suchte die Gemeinde durch eine Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" für die Feiertage einen Vorbeter. 1901 erteilte ein Lehrer aus Burgkunstadt einem Kind Religionsunterricht.

1905 wurde nur noch zu den Feiertagen in der Synagoge Gottesdienst gefeiert. Für 1920 wird noch von zwei Hochzeiten berichtet. Aber bereits 1921 wurden die Ritualien und die Synagogenbänke an die Nürnberger Gemeinde verkauft. Das Synagogengebäude selbst wurde 1927 verkauft. Der neue Besitzer brach 1928 das Gebäude ab und errichtete auf dem Grundstück eine Werkstatt.

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