Über die jüdischen Bewohner von Platz, die es nachweislich im 17. und 18. Jahrhundert gab, ist kaum etwas bekannt. Um 1800 bestand die örtliche Kultusgemeinde aus zehn Familien, die Schutzgeld an das Würzburger Juliusspital leisten mussten. Damals verfügte die Judenschaft über eine Synagoge, eine Religionsschule und eine Mikwe. Alle diese Gemeindeeinrichtungen befanden sich im Privathaus einer jüdischen Familie (Haus-Nr. 14, heute Marktstraße 25). Nach der Eingemeindung in die IKG Geroda wurde die Synagoge nur noch selten genutzt. In den 1920er Jahren kam das Gebäude in Privatbesitz. 1983 hat man das Haus abgerissen, an seiner Stelle befindet sich heute ein zum Haus Marktstraße 25 gehörender Platz. (Christine Riedl-Valder)
Literatur
- Cornelia Berger-Dittscheid / Axel Töllner: Geroda mit Platz und Schondra. In: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken Teilband 2.1. Erarbeitet von Cornelia Berger-Dittscheid, Gerhard Gronauer, Hans-Christof Haas, Hans Schlumberger und Axel Töllner unter Mitarbeit von Hans-Jürgen Beck, Hans-Christoph Dittscheid, Johannes Sander und Elmar Schwinger, mit Beiträgen von Andreas Angerstorfer und Rotraud Ries. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 130-165.
