Julia Mutzenbach M.A. (Institut für Jüdische Studien an der Heinrich-Heine-Universität) hat in einer Studienarbeit neue Erkenntnisse zu den bislang unbekannten Gemeindeeinrichtungen gewonnen.
Die Synagoge lag am südlichen Ortsausgang, rückversetzt von der Straße hinter dem Anwesen der Familie Mayländer (heute Pfarrgasse 18). Das massiv aus Ziegelsteinen errichtete, annährend quadratische Gebäude war ursprünglich ein Bauernhof, den die Kultusgemeinde erworben und entsprechend umgebaut hatte. Es ist nicht klar ob dies bereits im ausgehenden 17. Jahrhundert oder erst zu späterer Zeit geschah. Der Aufbau folgte dem üblichen Schema: Im östlichen, größere Teil des Hauses befand sich die Synagoge, im westlichen Erdgeschoss lag die Wohnung des Lehrers mit Küche und dem Zugang zur Mikwe im Keller. Im Obergeschoss dürfte sich der Schulraum und der Zugang zur Frauenempore befunden haben. Über die Ausstattung und Aufteilung des Betsaals ist nichts bekannt, soweit bekannt gibt es auch keine Abbildung des Gebäudes.
Adresse / Wegbeschreibung
Pfarrgasse 18, 96176 Pfarrweisach
Rückversetzt von der Straße her.
Literatur
- Julia Mutzenbach, Pfarrweisach: Exemplarische Rekonstruktion einer jüdischen Landgemeinde, SL 2016 (unveröffentlichte Studienarbeit).
- Staatsarchiv Würzburg, Regierung von Unterfranken, Akt 8524.
