Jüdisches Leben
in Bayern

Oberlangenstadt Synagoge

Der Bau einer Synagoge für die jüdische Gemeinde Oberlangenstadt ist für 1758 bezeugt. Die Existenz von Vorgängerbauten ist möglich, aber nicht nachweisbar.

1758 erteilte der Grundherr, Baron Künsberg, die Erlaubnis zum Bau der Synagoge. Das kleine Gebäude (heute Alte Poststraße 8) stand in der Nähe der Rodach. Es enthielt neben dem Synagogenraum auch die Wohnung für den Lehrer. Im Parterre befand sich eine Mikwe.

1780 wiederholte Baron Künsberg seine Zusage, das Recht der jüdischen Gemeinde auf Ausübung des Gottesdienstes in der Synagoge zu schützen. Die Anstellung eines eigenen Rabbiners kam für die Gemeinde wohl aus finanziellen Gründen nicht in Betracht. So übten die jeweiligen Lehrer auch das Amt des Vorsängers aus. Diese gängige Praxis brachte die Gemeinde in Konflikt mit den bayerischen Behörden. Diese bestanden seit Beginn des 19. Jahrhunderts auf die Anstellung eines staatlich geprüften Rabbiners. Isaac Kronacher, der seit 1781 als Lehrer und Vorsänger tätig war, konnte diese Anforderung nicht nachweisen. Die Synagoge wurde deshalb 1823 für längere Zeit durch die Regierung geschlossen. Eine befristete Öffnung war nur zu den Feiertagen möglich.

Der Rückgang der jüdischen Einwohnerzahl in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat auch für das religiöse Leben gravierende Folgen. Seit 1909 fanden aufgrund des Fehlens der notwenigen religionsmündigen Juden nur noch wenige Gottesdienste statt.

Von Theodor Harburger ist eine Innenaufnahme des Synagogenraums mit dem Aufnahmedatum 20. Juni 1928 überliefert. Der Blick auf den Toraschrein zeigt die einfache Ausstattung.

Nach dem Verkauf des Synagogengebäude 1930 durch die Kultusgemeinde an den Freien Turn- und Sängerbund Oberlangenstadt gab es noch mehrfach Besitzerwechsel, die mit Renovierungen und Umbauten verbunden waren.

Bilder

Literatur

  • Guth, Klaus: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800–1942), ein historisch-topographisches Handbuch, Bamberg 1988 (Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur, 1)., S. 266f..
  • Harburger, Theodor: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern, hg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem, und dem Jüdischen Museum Franken – Fürth & Schnaittach., 3 Bde., Fürth 1998, Bd. 3, S. 633.