Im Gasthaus "Zum Weißen Lamm" (Haus 342, heute Lammsgasse 14) fanden seit Anfang 1858 auch die jüdischen Gottesdienste statt. Der Wirt des "Weißen Lamms" war Christian Lederer aus dem jüdisch geprägten Thalmässing, der Gründer des bekannten Nürnberger Lederer-Bräu. Die Lokalität erwies sich bald als zu beengt. Bereits 1861 wurden daher die Gottesdienste auf ein Nebenzimmer ausgedehnt. Im Mai 1862 mietete die Kultusgemeinde einen Saal im Haus des Anton Kleining (Neue Gasse 12). Als die Kultusgemeinde 1864 auf knapp tausend Mitglieder angewachsen war, reichte auch dieser Betsaal nicht mehr aus. Für die großen Gottesdienste am Neujahrs- und Versöhnungsfest musste man auf den Saal des Hotels "Zum goldenen Adler" im Lorenzviertel (Adlerstraße 15-17) ausweichen. (Patrick Charell)
Adresse / Wegbeschreibung
Lammsgasse 14 | Neue Gasse 12 | Adlerstraße 15, 90403 Nürnberg
Literatur
- Barbara Eberhardt / Hans-Christof Haas / Cornelia Berger-Dittscheid: Nürnberg. In: Wolfgang Kraus, Berndt Hamm, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. 2: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner mit einem Beitrag von Katrin Keßlerm Lindenberg im Allgäu 2010, S. 466-505.
