Als sich ab 1350 eine neue jüdische Gemeinde bildete und am Salzmarkt ein geschlossenes Viertel errichtete, baute sie dort irgendwann nach 1350 und vor 1381 eine Synagoge auf dem Standort des modernen Neubaus Wunderburggasse 20. Von diesem Gotteshaus ist nur noch bekannt, dass die Betsäle für Männer und Frauen durch eine Wand mit Tür und Fenstern getrennt waren. In einem Anbau befand sich eine Mikwe. Die Synagoge wurde nach der Enteignung und Vertreibung der Juden im Jahr 1499 niedergerissen, es haben sich nach aktuellem Forschungsstand keine baulichen Spuren erhalten. (Patrick Charell)
Literatur
- Barbara Eberhardt / Hans-Christof Haas / Cornelia Berger-Dittscheid: Nürnberg. In: Wolfgang Kraus, Berndt Hamm, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. 2: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner mit einem Beitrag von Katrin Keßlerm Lindenberg im Allgäu 2010, S. 466-505.
- Kuno Ulshöfer: Zur Situation der Juden im mittelalterlichen Nürnberg. In: Haus der Bayerischen Geschichte / Manfred Treml / Josef Kirmaier / Evamaria Brockhoff (Hg.): Geschichte und Kultur der Juden in Bayern – Aufsätze. München 1988 (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 17), S. 147-160.
