Jüdisches Leben
in Bayern

Mechenried Synagoge

Einen Hinweis auf den Standort der Synagoge in Mechenried liefert das erste Ortsblatt aus dem Jahr 1847. Am südöstlichen Rand des kleinen Dorfes, hinter dem Anwesen Nr. 33 (heute Krumme Gasse 11), standen nacheinander zwei Gebäude: Das Zweite auf dem Gartengelände wird durch eine bläuliche Schraffur als religiöse Einrichtung markiert. Es liegt nahe hier die Synagoge mit Schulzimmer und Kellermike zu vermuten, zumal die Nähe zum Mühlbachsgraben genügend Grundwasser für das Ritualbad garantierte. In Größe und Grundriss unterschied sich die Synagoge bzw. das jüdische Gemeindezentrum nicht von der benachbarten Architektur. Bescheiden hielt es sich in zweiter Reihe – auch das ein Charakteristikum fränkischer Landsynagogen – und bestand wahrscheinlich aus den lokal vorherrschenden Baumaterialien. Über das Aussehen des Gotteshauses und über seine Ausstattung ist nichts bekannt. Nach der Auflösung der Kultusgemeinde Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude an eine christliche Privatperson veräußert und zu einem nicht geklärten Zeitpunkt abgerissen.


(Patrick Charell)

Adresse / Wegbeschreibung

Krumme Gasse 11, 97519 Mechenried-Riedbach

Standort nicht zugänglich, privates Grundstück hinter dem Wohnhaus Nr. 11.

Literatur

  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 98.