Jüdisches Leben
in Bayern

Maineck Synagoge

Ein Betsaal war seit 1697 vorhanden. Das Gebäude, in dem er eingerichtet wurde, gehörte der Dompropstei Bamberg. Dafür hatte die jüdische Gemeinde jährlich ("an Walpurgis") drei Gulden an die Dompropstei zu bezahlen. Der erste Besitzer des Hauses - Nathan Asser - hatte von Dompropst Otto Philipp von Gutenberg (1685-1723) die Konzession erhalten, im Obergeschoss seines Hauses eine Synagoge für die jüdische Gemeinde von Maineck einzurichten. 1764 kaufte die jüdische Gemeinde das Gebäude mit Hilfe einer hierzu veranstalteten Kollekte. Man wollte in diesem Haus eine ständige Synagoge einrichten. Protest kam vom Pfarrer aus Weismain, der meinte, dass der Betsaal der benachbarten Kirche ein Ärgernis sei. Tatsächlich bestand in dem Haus auch noch im 19. Jahrhundert im oberen Stock (daher Haus Nr. 20b) der Betsaal; im unteren Stock wohnte 1810 Isak Löb, der einen Schnittwarenhandel betrieb, 1854 die Taglöhnerin Johanna Adler.

Die Synagoge (Kirchplatz 11, alte Hausnr.wurde bis 1802 auch von der Gemeinde Fassoldshof mitgenutzt. Nachdem 1803 die Erlaubnis der Freiherren von Künßberg-Wernstein zum Bau einer eigenen Synagoge in Fassoldshof vorlag, kam es mit Maineck zu Streitigkeiten über die Aufteilung der Ritualien.

Da sich die Zahl der Gemeindemitglieder bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stark reduziert hatte, kam auch die gottesdienstliche Tätigkeit zum Erliegen. Das Gebäude wurde um 1874 abgebrochen. Auf dem Grundstück der Synagoge (noch jahrzehntelang "Judenschul" genannt) war von 1874 bis 1954 ein Gemüsegarten. 1956 wurde das Gelände mit einem Wohnhaus bebaut, in dessen Grundmauern sich noch Steine der ehemaligen Synagoge befinden (u.a. wurde der Schlussstein der Pforte mit einer Portalinschrift gefunden, der in die Grundmauern des neuen Hauses einbetoniert wurde; auf der Inschrift war u.a. Nathan zu lesen, der Eigentümer des ersten Gebäudes von 1696. 

Literatur

  • Kremer, Dominikus: Maineck. Geschichte eines hochfürstlich-bambergischen Dorfes, Bamberg 1983

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