Jüdisches Leben
in Bayern

Kolmsdorf Synagoge

Eine kleine jüdische Gemeinde gab es in Kolmsdorf in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Gemeinde bestand im wesentlichen aus den Mitgliedern der Familie Silbermann. Die Synagoge bzw. ein privater Betsaal wird deshalb im Anwesen von Salomon Silbermann vermutet.

Das Gebäude, das nach 1800 von Salomon Silbermann errichtet worden war, wird im Bayerischen Denkmal-Atlas beschrieben: "Ehemalige. Synagoge, stattlicher, zweigeschossiger, verputzter Mansardwalmdachbau, um 1800; gleichzeitiger Fachwerkstadel, verputzt, Satteldach; Remise, Sandsteinquader, Satteldach".

Möglicherweise haben die Lehrer, die von der Familie Silbermann für den Religionsunterricht ihrer Kinder in Kolmsdorf beschäftigt wurden, auch die Stelle eines Vorbeters oder Vorsängers bekleidet. Wie oft überhaupt ein Minjan zustande kam, ist nicht bekannt.

Spätestens um 1850 besuchten die Silbermanns und ihr Hauslehrer die Synagoge in Walsdorf. Mit dem Wegzug der Familie von Jonathan Silbermann nach Bischberg erlosch 1854 das jüdische Leben in Kolmsdorf.

Literatur

  • Johann Fleischmann: 1822 - Die Judenmatrikel von Kolmsdorf. In: Mesusa 2 Spuren jüdischer Vergangenheit an Aisch, Aurach, Ebrach und Seebach. Mühlhausen 2000 S. 55-58.