Die Existenz eines Betsaals in der kleinen jüdischen Gemeinde Järkendorf kann seit der Mitte des 18. Jahrhunderts vermutet werden. Zu dieser Zeit lebten sechs jüdische Familien am Ort. Erst für 1855 ist die Beschäftigung eines Lehrers, Abraham Jüng, bekannt. Er wurde gemeinsam mit den jüdischen Familien in Rimbach und Lülsfeld beschäftigt. Jüng war auch Vorsänger und Schachter. Die Gottesdienste wurde abwechselnd in Järkendorf, Lülsfeld und Rimbach abgehalten. Die jüdische Gemeinde in Järkendorf war zu dieser Zeit allerdings bereits so klein, dass die Anwesenheit von zwei jüdischen Männern aus Lülsfeld zur Erreichung der notwendigen Zehnzahl erforderlich war. In welchem Privathaus die Betstube eingerichtet war, ist nicht bekannt.
Literatur
- Werner Steinhauser: Juden in und um Prichsenstadt (Prichsenstadt, Altenschönbach, Brünnau, Kirchschönbach, Järkendorf). Prichsenstadt 2002.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 78f.
