Jüdisches Leben
in Bayern

Günzburg Synagoge

Die aufstrebende jüdische Gemeinde in Günzburg ist seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nachweisbar und besaß in ihrem Siedlungsschwerpunkt am Rande der Altstadt in der heutigen Münzgasse und Eisenhausgasse eine Synagoge. Über bauart und Ausstattung ist nichts mehr bekannt, auch nicht über den genauen Standort. Da die Residenzstadt Günzburg jedoch der Sitz des Landesrabbinats wurde, ist ein entsprechend großer und repräsentativer Bau wahrscheinlich. Als die einst so wichtige Kultusgemeinde 1617 auf Befehl des Markgrafen Karl von Burgau (reg. 1595-1618) vertrieben wurde, ließ die Obrigkeit auch die Synagoge niederreißen. Heute sind keinerlei Spuren des jüdischen Lebens in Günzburg erhalten.

Literatur

  • Wolfgang Wüst. Die habsburgische Zeit (1300–1805). In: Klaus Kraft: Die Kunstdenkmäler von Schwaben. Landkreis Günzburg 1. Stadt Günzburg. München 1993 (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Regierungsbezirk Schwaben 9), S. 25–26.