Jüdisches Leben
in Bayern

Erlenbach bei Marktheidenfeld Synagoge

Die kleine jüdische Gemeinde in Erlenbach unterhielt seit Beginn des 18. Jahrhunderts eine Betstube, von den Behörden im Jahr 1741 als "Privat-Betkammer" bezeichnet.

Aufgrund der strengen Auflagen der fürstbischöflichen Behörden konnten hier keine auswärtigen Juden beten, außerdem durfte die Ausstattung durfte keinesfalls einer Synagoge ähneln. Deshalb musste ein Gitter zwischen der Männer- und Frauenabteilung wieder entfernt werden. 1744 stand jedoch bereits ein Vorsänger im Dienst der Gemeinde Erlenbach. Erst 1767 genehmigte die fürstbischöfliche Regierung in Würzburg offiziell die Einrichtung einer eigenen Synagoge (heute Am Berg 2). Ob man diese im gleichen Anwesen einrichtete, muss offen bleiben.

Das Gebäude wurde Mitte des 19. Jahrhunderts baufällig. Die dringend nötige Sanierung konnte die kleine jüdische Gemeinde nicht aus eigenen Mitteln finanzieren: Von den fünf Familien seien drei verarmt und auf Unterstützung angewiesen, wie der Vorstand in einer Bittschrift an die Regierung berichtete. Das Innenministerium genehmigte daraufhin eine Kollekte im Untermainkreis (heute Regierungsbezirk Unterfranken), deren Ergebnis allerdings nicht vermerkt wurde. Von etwaigen größeren Bauarbeiten ist nichts bekannt. Im Zuge der Auflösung der Erlenbacher Gemeinde wurde das Gebäude zu einem Wohnhaus umgebaut und ist heute im Bayerischen Denkmal-Atlas aufgenommen.

Adresse / Wegbeschreibung

Am Alten Berg 2, 97837 Erlenbach bei Marktheidenfeld

Literatur

  • Hans Schlumberger / Cornelia Berger-Dittscheid: Homburg mit Erlenbach. In: Wolfgang Kraus, Gury Schneider-Ludorff, Hans-Christoph Dittscheid, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/1: Unterfranken, Teilband 1. Erarbeitet von Axel Töllner, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Hans Schlumberger unter Mitarbeit von Gerhard Gronauer, Jonas Leipziger und Lisa Weber, mit einem Beitrag von Roland Flade. Lindenberg im Allgäu 2015, S. 197f.