Jüdisches Leben
in Bayern

Egloffstein Synagoge

Die Gottesdienste der kleinen Kultusgemeinde fanden in einem jüdischen Tropfhaus statt, das 1808 der Witwe Männlein gehörte (Anwesen Nr. 91, heute Malerwinkel 89). Die Gemeinde besaß das verbriefte Recht, hier auch Schulunterricht zu halten. Schul- und Betsaal waren ein einziger Raum im Erdgeschoß. Wie auf historischen Abbildungen zu erkennen, befand sich an der Südostwand eine Tora-Nische. Bereits 1866 wurde das Synagogengebäude als "ruinös" bezeichnet. Der Reparaturbedarf betrage 300 Gulden, außerdem sei das Haus mit einer Hypothek von 150 Gulden belastet. Um 1900 nutzte ein privater Kindergarten das Gebäude, neue Eigentümer ließen im Jahr 1940 die Auskragung der Tora-Nische entfernen und die Mauer begradigen.

Bilder

Adresse / Wegbeschreibung

Malerwinkel 89, 91349 Egloffstein

Literatur

  • Klaus Guth: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800–1942), ein historisch-topographisches Handbuch. Bamberg 1988 (= Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur 1), S. 149f.
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 217.