Eine erste Synagoge befand sich im 16. Jh. im Oberen Schloss der Reichsfreiherren von Stiebar. Über sie gibt es keine Informationen. Eine neue Synagoge wurde 1740 neben dem Unteren Schloss erbaut und gehörte zum Lehen der Freiherren von Seefried. Auf rechteckigem Grundriss entstand ein repräsentativer Werksteinbau mit weit herabgezogenen Halbwalmdach, der im Ortsbild ein markantes Zeichen setzte. In ihm befanden sich der Betsaal, sowie Unterrichts- und Wohnräume. Ein späterer nördlicher Anbau, der an einen Seitenarm des Weichselbaches grenzte, beherbergte vermutlich die Mikwe.
1835 trat eine Synagogenordnung für die israelitische Gemeinde in Buttenheim in Kraft. Sie enthielt Richtlinien zur Kleiderordnung, liturgische Vorschriften und die Forderung für eine Neuordnung der Synagogenstände. Durch massive Abwanderungsströme hatte sich die jüdische Gemeinde bis zum Jahr 1900 so weit reduziert, dass die zur Feier des Gottesdienstes nötige Anzahl von zehn Männern nicht mehr erreicht wurde. Seit 1892 gab es daher Bestrebungen zur Vereinigung mit der jüdischen Gemeinde Hirschaid, deren Gottesdienste die Buttenheimer Juden nun meistens besuchten. Die eigene Synagoge wurde nur noch zu besonderen Anlässen genutzt; die darin enthaltenen Wohnungen hat man an christliche Familien vermietet und die Mikwe verschlossen. Bis in die 1930er Jahre wurde das Gebäude ausschließlich mit Kerzen beleuchtet, denn es gab keinen Stromanschluss.
1937 vereitelte der jüdische Vorsteher Wilhelm Habermann senior das Vorhaben des NS-Bürgermeisters Rhau, die Synagoge als Freizeitstätte der Hitlerjugend zu nutzen, indem er das Gebäude verkaufte. Er überschrieb es einem Fürther Viehhändler, der es an eine Buttenheimer Brauerei weiter veräußerte. Zuvor wurden die Ritualien und Heiligtümer des Gotteshauses in die Bamberger Synagoge überführt, wo sie jedoch in der Reichspogromnacht verbrannten. Die jüdischen Schriften und Gebetsbücher wurden traditionsgemäß auf dem Buttenheimer Friedhof vergraben. Von den acht vorhandenen Torarollen konnten nur zwei gerettet werden. Sie wurden von jüdischen Auswanderern nach Amerika gebracht und dort jüdischen Gemeinden übergeben.
Die Synagoge (Marktstraße 2, früher: Haus Nr. 33a) wurde nach ihrem Verkauf als Stall, später als Lagerhalle genutzt und völlig umgestaltet. Heute kann man ihre einstige Größe nur noch an den Resten zweier Außenmauern ablesen.
(Christine Riedl-Valder)
Bilder
Adresse / Wegbeschreibung
Marktstraße 8, 96155 Buttenheim
Lagerhalle auf dem Gelände des Buttenheimer Löwenbräu, nicht öffentlich zugänglich. Über den "Weg am Mühlbach" vom Westen her erreichbar.
Literatur
- Barbara Eberhardt / Hans-Christof Haas: Buttenheim. In: Wolfgang Kraus, Berndt Hamm, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. 1: Oberfranken, Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern, Schwaben. Erarbeitet von Barbara Eberhardt und Angela Hager unter Mitarbeit von Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Frank Purrmann. Lindenberg im Allgäu 2007, S. 112-117.
- Theodor Harburger: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern, hg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem, und dem Jüdischen Museum Franken – Fürth & Schnaittach, Bd. 2. Fürth 1998, S. 135.
