Jüdisches Leben
in Bayern

Bullenheim Synagoge

1759 stellte die Bullenheimer Gemeinde zusammen mit den Nenzenheimer Juden Daniel Löw Berliner als Rabbiner an, der allerdings nicht als Rabbiner, sondern vielmehr als Lehrer, Vorbeter und Kantor wirkte. Rabbinatsaufgaben nahm zu dieser Zeit der Landesrabbiner in Marktbreit wahr. Im Zusammenhang mit dem Bayerischen Judenedikt 1813 wies das Landgericht Uffenheim 1813 darauf hin, dass die Gottesdienste im Haus des Abraham Lämlein gefeiert würden, da im Ort keine Synagoge existiere. Der erste quellenmäßige Beleg für eine Bullenheimer Synagoge stammt aus dem Jahr 1822, als das Patrimonialgericht Hohenlandsberg wegen eines Streitfalls um ersteigerte Leserechte auf der Bima verhandelte. Die Bullenheimer Synagoge stand an der Westseite der Ortsstraße Richtung Ippesheim. Der Betsaal, der in einem jüdischen Privathaus untergebracht war, wurde bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts genutzt. Danach wurde das Anwesen verkauft und einer anderen Nutzung zugeführt. 2008 beschloss der Gemeinderat Bullenheims den Abriss des Hauses Nr. 5, das vor der Synagoge stand.

Literatur

  • Hans Schlumberger / Hans-Christof Haas: Hüttenheim mit Bullenheim. In: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken Teilband 2. Erarbeitet von Cornelia Berger-Dittscheid, Gerhard Gronauer, Hans-Christof Haas, Hans Schlumberger und Axel Töllner unter Mitarbeit von Hans-Jürgen Beck, Hans-Christoph Dittscheid, Johannes Sander und Elmar Schwinger, mit Beiträgen von Andreas Angerstorfer und Rotraud Ries. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 1020-1038.
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 155.