Nachdem anfangs der Gottesdienst zunächst in Privaträumen und der Brucker Synagoge gefeiert wurde, stellten die Büchenbacher Juden 1804/05 einen Antrag zum Bau eines eigenen Gotteshauses. Die preußische Regierung lehnte das Vorhaben ab, zumal man ohnehin hoffte, dass sich die jüdischen Familien möglichst bald auf Bruck und Baiersdorf verteilen würden. Erst 1810 genehmigte der bayerische Staat das Projekt. Am 18. September 1812 kaufte die Gemeinde das Wohnhaus Nr. 27 (heute Forchheimer Straße 14) und nutzte es als Gemeindehaus, Schulhaus und Lehrerwohnung, im Garten wurde bald darauf "mit polizeylicher Erlaubniß" die Synagoge als Haus Nr. 81 (heute Forchheimer Straße 16) erbaut. Israel Schwierz vermutet am Standort des ursprünglichen Gebäudes (Kolpingweg 1a) die Synagoge bzw. Schule mit einer Kellermikwe: "Die Mikwe im Keller ist in Rudimenten (Wandnische im Kellerraum, zugemauerter Wassereinlass für die im Hofe heute noch vorhandene Quelle, Reste blauer Fresken) heute noch existent." Das Gebäude sei 1912 renoviert werden und wird als Wohnhaus genutzt. 1872 verließ Jacob Erdmann mit seiner Familie als letzter den Ort und zog nach Baiersdorf. Das Gemeinde- und Schulhaus, die Mikwe sowie sämtliche jüdische Privathäuser wurden verkauft, nicht jedoch die Synagoge; sie ging 1892 in den Besitz der Kultusgemeinde Erlangen-Bruck über, die das ohnehin einsturzgefährdete Gemäuer versteigern ließ. 1893 wurde es abgerissen.
Literatur
- Barbara Eberhardt / Hans-Christof Haas: Erlangen. In: Wolfgang Kraus, Berndt Hamm, Meier Schwarz (Hg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. 2: Mittelfranken. Erarbeitet von Barbara Eberhardt, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Angela Hager unter Mitarbeit von Frank Purrmann und Axel Töllner mit einem Beitrag von Katrin Keßler. Lindenberg im Allgäu 2010, S. 190-224.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 160.
