In Bischwind gab es vermutlich schon nach 1741 eine Synagoge: Damals erbat die jüdische Gemeinde vom Würzburger Fürstbischof die Erlaubnis, einen kleinen Bau für den Schulmeister errichten zu dürfen (Plan-Nr. 25). Zur weiteren Geschichte der Synagoge bzw. Betstube in Bischwind gibt es nur die Informationen von Israel Schwierz. Demnach handelte es sich um ein zweistöckiges Fachwerkhaus mit einem Walmdach. Der dritte Stock war zu Wohnzwecken ausgebaut; im Keller befand sich ein rituelles Bad (Mikwe). Um 1900 wurde das Synagogengebäude an Privatpersonen verkauft und danach als Wohnhaus benutzt. Nach 1945 kamen dort Flüchtlingsfamilien unter. In den 1950er-Jahren wurde das Synagogengebäude abgebrochen und ein Garten angelegt. Als Standort der ehemaligen Synagoge wird bei Israel Schwierz ein Gartengrundstück zwischen den Straßen An der Linde und der Steigerwaldstraße genannt.
Literatur
- Longin Mößlein / Christel Fuchs: 1200 Jahre Bischwind 791-1991. Dingolshausen 1991, S. 207-231.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 46.
