Der erste Hinweis auf eine Synagoge in Bischberg datiert zwischen 1680 und 1690. Sie lag in der Mitte des sog. "Judenhofes". Eine spätere Notiz datiert einen (Neu)bau in das Jahr 1717 "auf einem ritterschaftlichen Lehen". Gegen diesen Neubau habe das Bamberger Kloster Michelsberg beim Bistum protestiert und verlangte sogar den Abriss des Gebäudes, "als den Interessen des Klosters schädlich". Im Grundsteuerkataster von 1848 wurde aber die Synagoge als alter Besitz der jüdischen Gemeinde aufgeführt.
Das Gebäude umfasste neben der Synagoge auch die Räume für die Religionsschule und die Lehrerwohnung. Im Keller befand sich das rituelle Bad. Mit der Aufhebung der Gemeinde 1904 wurde wahrscheinlich auch das Gebäude profaniert. Das Gebäude selbst zählte zum Vermögen der Gemeinde und wurde 1908 an einen örtlichen Zimmermann für 1550 Mark verkauft. Das Gebäude (heute Hauptstr. 84) wurde zu einem Wohnhaus umgebaut, die wahrscheinlich im Keller befindliche Mikwe in den 1980er Jahren zugeschüttet. Als Bodendenkmal wird vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege lediglich die Spuren der alten Mikwe im Bereich der frühneuzeitlichen Synagoge aufgeführt.
Adresse / Wegbeschreibung
Hauptstraße 84, 96120 Bischberg
Literatur
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 211
- Klaus Guth: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800–1942), ein historisch-topographisches Handbuch. Bamberg 1988 (= Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur 1), S. 109-115.
