Jüdisches Leben
in Bayern

Wolf Frankenburger Jurist und Politiker

geb. 27.03.1827, Obbach/Euerbach
gest. 18.07.1889, Nürnberg

Wirkungsort: Würzburg | Nürnberg | München

Wolf Frankenburger studierte in Würzburg die Rechtswissenschaften, wo er 1846 auch der schlagenden Burschenschaft "Germania zu Würzburg" beitrat. Nach seiner Promotion erhielt er in Nürnberg 1861 die Zulassung zum Advokaten. Ab 1869 war Dr. Wolf Frankenburger fest im gesellschaftlichen Leben der Dürer-Stadt etabliert: Er saß im städtischen Gemeindekollegium, war Ratsmitglied und engagierte sich im Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde. Er trat der liberalen Deutschen Fortschrittspartei bei und wurde 1869-89 als Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Nürnberg gewählt. Von 1874 bis 1878 saß er als Abgeordneter der liberalen Deutschen Fortschrittspartei für den Wahlkreis Mitttelfranken 1 (Nürnberg) im Berliner Reichstag. Bei der Wahl 1877 konnte er sich in einer Stichwahl nur knapp mit 12.684 zu 12.090 Stimmen gegenüber dem sozialdemokratischen Kandidaten durchsetzen. Er war Mitglied des Verwaltungsrates des Bayerischen Gewerbemuseums (heute Teil des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg) und Mitglied der Kommission für die Reichskonkursordnung. Für seine Dienste am bayerischen Vaterland wurde Dr. Wolf Frankenburger der Michaelsorden 1. Klasse und der Titel eines Geheimen Justizrats verliehen. Aus seiner Ehe mit Anna geb. Schuhmann (1866-1918) gingen fünf Kinder hervor.

GND: 129688789
Zum Eintrag in den Biografien