geb. 18.04.1858, Birnbaum (Międzychód)
gest. 17.01.1923, Klosters
Wirkungsort: Bamberg | München | Landshut u.a.
Oscar Tietz entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie und erlernte den Beruf von Grund auf. Er gründete 1882 in Gera (Thüringen) ein Textilkaufhaus. Da sein Onkel Hermann Tietz (1837-1907) das Kapital zur Verfügung stellte, wurde das Unternehmen nach ihm benannt. Oscar Tietz weitete sein erfolgreiches Geschäftsmodell – große Stückzahlen, kleine Margen – auf weitere Städte aus. Er expandierte u.a. nach Bamberg, Landshut, München und Berlin. Oscar Tietz engagierte sich für eine sozial verantwortliche Marktwirtschaft, zahlte überdurchschnittliche Löhne, führte die Sonntagsruhe und eine Pensionskasse ein. Außerdem gehörte er 1903 zu den Gründungsmitgliedern des "Verbands Deutscher Waren- und Kaufhäuser" (VDWK). Oscar Tietz war mit der US-Amerikanerin Rebecka "Betty" geb. Graupe (1864-1947) verheiratet und hatte mit ihr drei Kinder. Nach der Machtübernahme 1933 wurden die Unternehmen der Familie Tietz "arisiert" und der Firmenname in "Hertie" geändert.