Jüdisches Leben
in Bayern

Max Jakob Physiker (Thermodynamik)

geb. 20.07.1879, Ludwigshafen am Rhein
gest. 04.01.1955, Chicago

Wirkungsort: München | Berlin | Chicago

Max Jakob entstammte der Familie des jüdischen Lehrers Heinrich Jakob und seiner Frau Ernestine (geborene Schloß) und wuchs in Ludwigshafen auf. Er studierte ab 1897 Elektrotechnik an der Technischen Hochschule München und promovierte im Jahr 1905. Zwischen 1903 und 1906 war er als Assistent am Laboratorium für technische Physik bei Professor Knoblauch angestellt. Nach dreijähriger Tätigkeit in der Industrie wechselte er 1910 an die Physikalisch-Technische Reichsanstalt (PTR) in Berlin-Charlottenburg. Fast 25 Jahre lang war Jakob hier als Leiter der Laboratorien für Wärmetechnik und Viskosität tätig. Obwohl er sich bereits große wissenschaftliche Verdienste erworben hatte, wurde er aufgrund der Rassegesetze des NS-Regimes 1935 zwangsweise aus seiner wissenschaftlichen Laufbahn gerissen. Dank seines wissenschaftlichen Ansehens glückte Max Jakob noch rechtzeitig die Auswanderung in die USA. Er konnte seine Forschungsarbeit in Chicago fortsetzen und sich in der Fachwelt als Pionier der experimentellen Thermodynamik bleibenden Ruhm erwerben.

GND: 130955868
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