geb. 15.10.1852, Mexiko-Stadt
gest. 05.04.1913, München
Wirkungsort: München
Henry Simonsfeld, Sohn eines frühverstorbenen Großkaufmanns, wuchs in der fränkischen Heimat seiner Eltern auf. Zum Studium zog er nach München. Eine Beamtenlaufbahn an der Königlichen- und Staatsbibliothek sicherte ihm bis 1898 seinen Lebensunterhalt. Eine Tätigkeit in der Wissenschaft blieb sein ersehntes Ziel, auf das er seit der Habilitation 1878 hinarbeitete. Trotz eifrigen Bemühens geriet seine Karriere jedoch ins Stocken, was neben anderen Umständen auch an seiner jüdischen Herkunft behindert. Erst 1898 erhielt er eine außerordentliche Professur an der Universität München, 1912 wurde er – bereits tödlich an einem Magenleiden erkrankt – zum ordentlichen Professor für Geschichte ernannt. Von Simonsfelds Forschungen sind seine Monographie zum Fondaco dei Tedeschi in Venedig und der erste Band der Jahrbücher Friedrich Barbarossas hervorzuheben, die beide im 20. Jahrhundert neu aufgelegt wurden.