geb. 11.11.1921, München
gest. 15.11.2000, Berlin
Wirkungsort: Havanna | Berlin (Ost)
Heinz Geggels Großvater Heinrich hatte in Nördlingen als Fellhändler gelebt, sein Vater war Kaufmann in München. Seine Schulzeit verbrachte Heinz in der bayerischen Landeshauptstadt, dann musste er 1936 aufgrund seiner jüdischen Herkunft Deutschland verlassen und emigrierte zunächst in die Schweiz. Bis 1938 absolvierte er eine Lehre an der Handelsschule in Neuchâtel in der Schweiz, wechselte dann zum Studium des Textilingenieurs an die Fachschule in Verviers in Belgien. Von Mai 1940 bis Juni 1941 war er interniert und musste Zwangsarbeit leisten. 1940 wurde ihm die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt, im Dezember 1941 emigrierte er mit seiner Familie über das neutrale Casablanca nach Kuba. Heinz Geggel erwarb sich Kenntnisse in Spanisch und Englisch, außerdem erlernte er von jüdischen Flüchtlingen aus Antwerpen die Grundlagen der Diamantenschleiferei. In Kuba kam Heinz Geggel mit der antifaschistischen Gruppierung "Freies Deutschland" zusammen. Er wurde deren Sekretär und zog nach dem Zweiten Weltkrieg nach Berlin, wo er als Redakteur der Rundfunkabteilung der Sowjetischen Militäradministration arbeitete. Er blieb für den Rest seiner Laufbahn dem Journalismus treu, etablierte sich in Ost-Berlin, wurde Mitglied der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), dann Intendant des Deutschlandsenders in Berlin und zuletzt Leiter der Abteilung Agitation des Zentralkomitees der SED. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen gehören 1981 und 1986 der Karl-Marx-Orden sowie 1984 der Ehrentitel "Held der Arbeit".