Aus begüterter jüdischer Familie stammend, studierte Heinrich Porges in Prag zunächst Philosophie und Rechtswissenschaften, wandte sich aber der Musik zu und wollte Pianist zu werden. 1858 lud er Liszt, 1863 Wagner zu von ihm mit organisierten Konzerten nach Prag ein. 1859 wurde er Prager Korrespondent der Neuen Zeitschrift für Musik und 1863 deren Mitredakteur. Im selben Jahr ging er als Musiklehrer nach Wien. Von Wagner aufgefordert, übersiedelte Porges 1866 auf Dauer nach München, wo er für König Ludwig II. von Bayern (reg. 1864-1886) Einführungen zu "Tristan", "Die Meistersinger" und "Lohengrin" verfasste. 1868/69 war er für ein Jahr als Klavierlehrer an der neueröffneten Musikschule angestellt. 1870 verlieh ihm Ludwig II. den Titel eines "Musikdirektors extra statum". Als "Der Ring des Nibelungen" in Bayreuth uraufgeführt wurde, hielt Porges als Wagners Assistent dessen Äußerungen zu Werk und Wiedergabe detailliert fest. Auch zu "Parsifal" sind entsprechende Aufzeichnungen erhalten. 1882-97 war Porges als Solorepetitor und Chorleiter bei den Bayreuther Wagner-Aufführungen tätig, gleichzeitig arbeitete er bis 1900 als Konzertkritiker der Münchner Neuesten Nachrichten. 1885 gründete er in München den "Porges’schen Chorverein", mit dem er die u.a. Werke von Berlioz und Liszt in München bekannt machte. Seine Tochter Elsa verh. Bernstein führte später einen der führenden kulturellen Salons der Stadt.
Jüdisches Leben
in Bayern
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Heinrich Porges Dirigent, Chorleiter und Musikkritiker
GND: 118971603
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