Die Familie Cohen aus Wallerstein betrieb schon im Jahr 1815 ein erfolgreichen Handel mit Textilien und Kurzwaren, der sich später auch in München etablierte. Heinrich Cohen war der Sohn von David Ignaz Cohen (1838-1883) und Maria Haimann (1847-1922). Nach der Schule und einer kaufmännischen Ausbildung stieg er in das Familiengeschäft ein und brachte es zur Blüte. In zeitlichen Abständen die Gebäude Löwengrube 23 und Windenmacherstraße 4, die unmittelbar neben dem Modehaus Lodenfrey lagen - noch heute befindet sich das Haus Lodenfrey am gleicher Stelle mit der Fassade zum Promenadenplatz. 1898 bezog er das auf den Grundstücken neu errichtete Geschäftsgebäude. Eine Heerschaar von Angestellten bedienten in seinem Spezialgeschäft für Schneidereibedarf und Seidenstoffen. Das Ende kam 1937 mit der "Arisierung" durch die Nationalsozialisten, als die Firma Loden-Frey das Haus Cohen durch die eigens gegründete "Herbert Stiehler KG" (benannt nach dem Chefverkäufer) für 290.000 RM übernahm. Als Heinrich Cohen 1940 im Krankenhaus Josephinum verstarb, ging auch sein Grundbesitz an Loden-Frey. Cohen war in erster Ehe mit Lili Marie Obermeier (1879-1913) verheiratet und heiratete nach deren Tod 1928 seine Haushälterin Maria Krämer (1889-1934). Aus der ersten Ehe entstammen die Söhne Ludwig Max (1905-1924) und Fritz Ignaz (1903-1940).
Jüdisches Leben
in Bayern
in Bayern
Heinrich Cohen Textilkaufmann
GND: 127776281
Zum Eintrag in den Biografien