Jüdisches Leben
in Bayern

Fritz Bauer Jurist und Generalstaatsanwalt

geb. 16.07.1903, Stuttgart
gest. 11.07.1968, Frankfurt a. M.

Wirkungsort: Braunschweig | Frankfurt a. M.

Fritz Bauer studierte in Heidelberg, München und Tübingen die Rechtswissenschaften. 1930 wurde er im Alter von nur 27 Jahren der jüngste Amtsrichter im Deutschen Reich. Der Sozialdemokrat engagierte sich im republik-freundlichen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, wurde dessen stellvertretender Vorsitzender in der württembergischen Hauptstadt. Nach der Machtübernahme der NSDAP wurde er noch im März 1933 als Richter seines Amtes enthoben. Nach kurzer Haftzeit floh er wie seine Eltern mit seiner Familie nach Skandinavien. 1956 wurde der politisch unbelastete Jurist zum Generalstaatsanwalt des Landes Hessen ernannt. Fritz Bauer gilt als zentrale Figur der Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Bundesrepublik. Dazu zählen unter anderem die Auschwitz-Prozesse von Frankfurt ab 1963, ermöglichte den Eichmann-Prozess in Israel und wollte auch die Verbrechen des KZ-Arztes Dr. Josef Mengele und Hitler-Sekretärs Martin Bormann öffentlich aufarbeiten. Sein zu früher Tod verhinderte dies.

GND: 119375664
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