Eugen Merzbacher wurde als Sohn des Bankiers, Münzhändlers und Mäzens Abraham Merzbacher (1812-1885) in München geboren und legte 1866 am späteren Wilhelmsgymnasium das Abitur ab. Nach einem Studium der Klassischen Philologie und Archäologie in München und Berlin wurde Merzbacher in der Reichshauptstadt 1873 mit einer Arbeit über den antiken Schekel promoviert. Seine Forschungen wurden vor allem von Julius Friedländer, dem Leiter des Berliner Münzkabinetts, und dem Breslauer Rabbiner Moritz Abraham Levy unterstützt. Nach Abschluss seiner Studien kehrte Merzbacher nach München zurück und übernahn dort nach dem Tod seines Vaters 1885 dessen Münzhandlung in der Karlstraße 10, die fortan "Firma Dr. Eugen Merzbacher Münzenhandlung" hieß und deutschlandweit einen hervorragenden Ruf genoss. Sie wurde auch nach seinem Tod als "Dr. Eugen Merzbacher Nachfolger" weitergeführt. Der Numismatiker setzte sich auch in seiner Münchner Zeit weiterhin intensiv mit der Geschichte der jüdischen Münzen auseinander und verfasste außerdem Publikationen zur Numismatik von der Antike bis zur Renaissance. Eugen Merzbacher wurde Präsident des "Vereins zur Förderung Jüdischer Wissenschaft (Ohel Jakob)" und leistete 1903 einen bedeutenden Beitrag für den städtischen Armenfonds. Aus der Ehe mit Rosa geb. Jaffé (1859-1932) gingen ein Sohn und drei Töchter hervor. Sein Enkel Ernst Kitzinger (1912-2003) wurde in den USA als Kunsthistoriker für Byzantinistik bekannt.
(Stefan W. Römmelt)