Jüdisches Leben
in Bayern

Elkan Fränkel Händler, Hoffaktor und Barnos

geb. 1654, Wien
gest. 1720, Wülzburg

Wirkungsort: Fürth, Markgrafschaft Ansbach

Elkan Fränkel war ein Sohn des reichen Wiener Rabbiners Hennoch Levi Fränkel und dessen Frau Ritschel. Er wurde 1670 als 16jähriger mit seiner Familie aus der Kaiserstadt vertrieben und fand in Fürth eine neue Heimat. Nach dem Besuch der Talmudschule arbeitete Elkan Fränkel als Edelsteinhändler und engagierte sich innerhalb der Fürther Judenschaft, die damals zum Teil dem Ansbacher Hof und zum Teil dem Hochstift Bamberg angehörte. Nach dem Regierungsantritt von Markgraf Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach (1686‒1723) stieg er 1704 zum Barnoss (Vorsteher) der ansbachischen Judenschaft in Fürth auf. Fränkel gelang es in dieser Stellung, den Einfluss des Markgrafen in Fürth erheblich auszuweiten. 1708 wurde er zum Obervorsteher der Fürther Judengemeinde und gleichzeitig zum Finanzberater und Hoffaktor des Markgrafen ernannt. Um diesen Posten zu erreichen, hatte er seinen Vorgänger Marx Model und dessen Familie aus dem Amt gedrängt. Mit seinem Vorgehen hatte er sich Feinde geschaffen, die ihn wenige Jahre später zu Fall brachten. 1712 gerieten er und sein Bruder, der Rabbiner Zwi Hirsch, in einen skandalösen Kriminalprozess. Aufgrund falscher Beschuldigungen wurden sie schwerer Verbrechen angeklagt und zu Kerkerhaft verurteilt. Der ehemalige Hoffaktor starb, nachdem er seinen letzten acht Jahre in Ketten verbracht hatte, 1720 im Gefängnis der Festung Wülzburg.

GND: nicht verfügbar
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