Jüdisches Leben
in Bayern

Elisabeth Kohn Juristin

geb. 11.02.1902, München
gest. 25.11.1941, Kaunas (Litauen)

Wirkungsort: München

Elisabeth Kohn war eine der ersten promovierten Juristinnen Bayerns. 1929 erhielt sie ihre Zulassung als Anwältin und arbeitete in der renommierten Kanzlei Hirschberg, die auf politische Strafprozesse spezialisiert war. Neben ihrer juristischen Tätigkeit engagierte sie sich für die SPD, den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund, die Deutsche Liga für Menschenrechte und der politischen Hilfsorganisation "Rote Hilfe". 1933 entzog das NS-Regime jüdischen Juristen die Zulassung, woraufhin Kohns Arbeitgeber in Haft kam. Nach der Zwangsaufgabe des Familiengeschäfts 1938 arbeitete sie in der Israelitischen Kultusgemeinde und half anderen Jüdinnen und Juden bei der Emigration. Sie selbst blieb in München, um ihre Mutter und ihre Schwester, die Künstlerin Maria Luiko (1904-1941), zu unterstützen. Die Familie wurde am 20. November 1941 nach Litauen deportiert und in Kaunas ermordet. Seit 2021 erinnern Stolpersteine vor ihrem Wohnhaus (Loristraße 7) an die Familie Kohn, und 2022 wurde eine Gedenktafel am Luisengymnasium angebracht.

GND: 125612575
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