Elisabeth Braun entstammte einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie, ihr Vater war Inhaber einer exklusiven Schneiderei in der Altstadt. Sie wurde großbürgerlich erzogen und konvertierte 1920 zum evangelischen Christentum. Durch das Erbe ihres früh verstorbenen Vaters konnte Elisabeth Braun ein sorgenfreies Leben in der Münchner Boheme führen. Sie studierte mehrere Fächer an der LMU München und bezeichnete sich selbst als Schriftstellerin, jedoch sind keine publizierten Werke bekannt. Im Jahr 1934 erwarb sie das Hildebrandhaus, eine Stadtvilla in Bogenhausen. Dort bot sie bis zu 15 befreundeten Jüdinnen und Juden eine Zuflucht, nachdem diese durch die NS-Diktatur ihre Lebensgrundlage verloren hatten. Auch Elisabeth Braun wurde als "Volljüdin" 1941 enteignet, in das Konzentrationslager Kaunas deportiert und erschossen. Das Hildebrandhaus beherbergt heute die städtische Fachbibliothek "Monacensia", die mit Ausstellungen und Veranstaltungen an die literarische Geschichte der Stadt erinnert.
Jüdisches Leben
in Bayern
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Elisabeth Braun Schriftstellerin
GND: 135706076
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