Jüdisches Leben
in Bayern

David Heinemann Porträtmaler und Kunsthändler

geb. 08.06.1819, Schlipsheim/Neusäß
gest. 01.03.1902, München

Wirkungsort: München

David Heinemann stammte aus der kleinen jüdischen Gemeinde in Schlipsheim westlich von Augsburg. Als junger Mann ging er nach München und studierte dort von 1838 bis 1841 an der Akademie der Bildenden Künste. Er spezialisierte sich auf die Portraitmalerei, konnte sich beruflich etablierten und kam durch seine Arbeit mit dem Kunsthandel in Kontakt. Bekannt sind unter anderem die Gemälde "Die Schmückung der Braut" und ein Selbstporträt im Münchner Stadtmuseum. Viele seiner Kunstwerke beschäftigen sich mit Themen des Alten Testaments und der Antiken Mythologie. Im Jahr 1872 gründete er die "Galerie Heinemann". Aus der Ehe mit Therese geb. Reh (1824-1892) gingen sieben Kinder hervor. Ursprünglich befanden sich die repräsentativen Galerieräume am Promenadeplatz, später wurden sie in die Prinzregentenstraße, ab 1902 an den Lenbachplatz 5 verlegt. Das florierende Unternehmen unterhielt Dependancen unter anderem in Frankfurt am Main, Nizza und New York. Speziell der Kunst des 19. Jahrhunderts und französischer Malerei widmete die Galerie Heinemann zahlreiche Ausstellungen. Sie war eine der bedeutendsten deutschen Kunsthandlungen mit weit reichenden internationalen Beziehungen und einem exzellenten Ruf. David Heinemann ruht auf dem Neuen Israelitischen Friedhof von München. Das von Sohn und Enkel weitergeführte Unternehmen bestand nach einer Unterbrechung in der NS-Zeit ("Arisierung" des Geschäftes 1938/39) nochmals von 1945 bis 1954.

GND: 1031768858
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