Jüdisches Leben
in Bayern

Adalbert (Israel) Friedrich Marcus Mediziner und Leibarzt, Reformer des Bamberger Gesundheitswesens

geb. 21.11.1753, Bad Arolsen
gest. 26.04.1816, Bamberg

Wirkungsort: Göttingen | Halle | Würzburg | Bamberg

Adalbert Friedrich Marcus promovierte 1775 in Göttingen und war damit einer der ersten jüdischen Mediziner in Deutschland. Nach einer kurzen Tätigkeit als Privatdozent in Halle ließ er sich 1778 in Bamberg als Arzt nieder und avancierte zum Leibarzt des reformfreudigen Fürstbischofs Franz Ludwig von Erthal. 1781 konvertierte er zum Katholizismus. Zusammen mit Bischof Franz Ludwig entwickelte Dr. Marcus mehrere Reformprojekte im Medizin- und Sozialwesen der vereinigten Hochstifte Würzburg und Bamberg. Sein wichtigstes Projekt war 1789 die Gründung eines "Allgemeinen Krankenhaus" in Bamberg, das europaweit als Vorbild galt. Im Jahr 1801 erwarb er die Burgruine Altenburg außerhalb der Stadt und ließ sie instand setzten. Von 1808 bis 1813 lebte dort sein persönlicher Freund E.T.A. Hoffmann, den er nach Kräften förderte. Adalbert Friedrich Marcus setzte sich stark für Impfungen ein, besonders gegen Pocken. Sein Adoptivsohn Carl Friedrich von Marcus (1802-1862) gründete die erste ständige psychiatrische Klinik Deutschlands.

GND: 116762586
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