Jüdisches Leben
in Bayern

Waldsassen Gemeinde

Mit dem Recht auf Freizügigkeit kamen ab 1861 einige jüdische Familien nach Waldsassen. Unter ihnen war Familie Bloch, deren Glasfabrik von 1884 bis 1929 bestand hatte. Die in Waldsassen lebenden jüdischen Einwohner gehörten offiziell zur IKG Floß. Anfangs wurden Glasperlen, später Tafelglas, seit 1871 Spiegelglas erzeugt. Die Manufaktur- und Konfektionshandlung Ludwig Heller in Weiden hatte mindestens seit 1887 ein Filialgeschäft in Waldsassen. Im jahr der NS-Machtübernahme 1933 lebten 21 Jüdinnen und Juden in der Stadt, die jedoch in den Folgejahren mehrheitlich abwanderten. Vier der letzten fünf jüdischen Einwohner wurden 1942 nach Piaski bei Lublin beziehungsweise in das Ghetto Theresienstadt deportiert, über das Schicksal des letzten Juden von Waldsassen ist nichts bekannt.

Bevölkerung 1910

Literatur

  • K. statistisches Landesamt: Gemeindeverzeichnis für das Königreich Bayern. Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand von 1911. München 1911 (= Hefte zur Statistik des Königreichs Bayern 84), S. 132.