Jüdisches Leben
in Bayern

Schwarzenfeld Gemeinde

Unmittelbar dem Zweiten Weltkrieg richteten die US-Militärverwaltung und die UNRRA in Schwarzenfeld Unterkünfte für sogenannte "Displaced Persons" (DPs) ein. Dafür beschlagnahmten sie privaten Wohnraum im Ortsgebiet. Im Dezember 1945 lebten 65 Jüdinnen und Juden in Schwarzenfeld und bildeten eine kleine DP-Gemeinde, die sich nach dem üblichen Muster größtenteils selbst verwaltete. Im Winter 1946 erreichte sie mit 120 Personen ihren Höchststand, von da an sanken die Zahlen langsam ab. Ein gewähltes Komitee unter dem Vorsitz von Jakob Okowit, Max Klein und Salo Krieger hatte im Gasthaus "zur Eisenbahn" (Bahnhofstraße 160) seinen Verwaltungssitz, dort befand sich auch das soziale Zentrum der Gemeinde. Es gab den "Jidiszer Sport Club Schwarzenfeld", von weiteren religiösen oder kulturellen Einrichtungen ist nichts bekannt. Ab Ende 1947 wurde die jüdische DP-Gemeinde von Schwandorf aus mit verwaltet.