Im Gemeindeteil Unterleinach existierte im 18. und 19. Jahrhundert, aber mit einiger Wahrscheinlichkeit schon früher eine jüdische Kultusgemeinde. Urkunden besagen, dass im Ort 1855 noch 55 Jüdinnen und Juden lebten. Bis 1871 war ihre Zahl auf 49 geschrumpft, 1875 gab es abermals zehn weniger: Wie so viele bayerisch-fränkische Landgemeinden war (Unter-)Leinach von der Aus- und Abwanderungsbewegung gerade der jüngeren Generationen betroffen, die im Ausland und ab 1861 in den großen urbanen Zentren bessere Zukunftsperspektiven suchten. Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde die Gemeinde aufgelöst und eine Synagoge (hinter Rathausstraße 1) an die Kommune verkauft.
Bevölkerung 1875
Literatur
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 128.
- K. statistisches Bureau: Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern am 1. Dezember 1875 [...]. München 1877 (= Hefte zur Statistik des Königreichs Bayern 36), S. 213.
