Jüdisches Leben
in Bayern

Lauf a.d.Pegnitz Gemeinde

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellten die US-Armee und die UNRRA in Lauf an der Pegnitz Unterkünfte für sogenannte "Displaced Persons" (DPs) bereit, für die sie privaten Wohnraum beschlagnahmten. 1946 entstand so eine kleine DP-Gemeinde vor den Toren Nürnbergs. Es waren nur wenige Jüdinnen und Juden, die hier eine Heimat auf Zeit fanden: Im März 1946 waren es elf, im Januar 1948 vierzehn. Im Mai 1948, als der Staat Israels gegründet wurde, erreichte die Gemeinde kurzzeitig 35 Mitglieder und erreichte damit auch ihren Scheitelpunkt. Die DPs verwalteten sich unter dem gewählten Vorsitz von Heinrich Wolnermann und I. Bornstein weitgehend selbst und wurden von der UNRRA versorgt. Das Gemeindezentrum sowie Unterkünfte lagen in der früheren Goethestraße 52 (heute Südring 52) und der Weismannstraße 63. Über kulturelle oder religiöse Einrichtungen ist nichts bekannt. Weil die meisten DPs in Bayern nach und nach nach Israel, in die USA oder andere Länder auswanderten, wurde auch die Gemeinde in Lauf irgendwann im Jahr 1949 aufgelöst und die Gebäude den Besitzern zurückgegeben.