Landau bildete mit Dingolfing und Landshut im 13. Jahrhundert eine von den niederbayerischen Herzögen geförderte Wirtschaftsachse mit reger ökonomischer Schubkraft. Wohl in jener Zeit entstand in Landau eine kleine jüdische Gemeinde. Sie wurde als Folge der weit ausstreuenden Pogrome von Deggendorf und Straubing wohl noch im Jahre 1338 vollständig ausgelöscht. 1421 erscheinen Landauer Juden in Landschreiberrechnungen, auch 1441 und 1445 sind jüdische Kreditgeber urkundlich belegt. Spätestens mit der allgemeinen Ausschaffung der Juden aus dem Herzogtum Niederbayern im Jahr 1450 erlosch das jüdische Leben in Landau endgültig.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges richtete die US-Armee zusammen mit der UNRRA eine kleine jüdische DP-Gemeinde in Landau ein, wofür sie nach dem üblichen Muster privaten Wohnraum requirierte. Ihre Gottesdienste hielt sie mit großer Wahrscheinlichkeit in einem Betraum ab, der sich in einem der von jüdischen DPs bewohnten Häuser der kleinen Stadt befand. Es sind bislang keine weiteren Informationen zu dieser DP-Gemeinde bekannt, die sich nach der Gründung des Staates Israel im Mai 1948 durch die Auswanderung der Mitglieder noch weiter reduzierte und bis spätestens 1950 auflöste.
Bevölkerung 1910
Literatur
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 340.
- K. statistisches Landesamt: Gemeindeverzeichnis für das Königreich Bayern. Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand von 1911. München 1911 (= Hefte zur Statistik des Königreichs Bayern 84), S. 56.
