Es gibt nur sehr wenig Hinweise auf eine mögliche jüdische Gemeinde in Hollstadt (Gemeinde Hollstadt, Verwaltungsgemeinde Heustroh, Landkreis Rhön-Grabfeld). 1763 wurden drei jüdische Familienoberhäupter als Schutzjuden des Hochstifts Würzburg genannt. Eine weitere Familie lebte im benachbarten Heustreu. 1803 lebte in Hollstadt der 40jährige verheiratete Moyses Abraham mit seinen drei Söhnen und seinem Schwiegervater. Die Matrikelaufstellung vom 24. Juli 1817 nennt nur ein Familienoberhaupt, den "Schmuser" Moses Nathan Bressel. Er ist wohl identisch mit dem Erstgenannten. Bressel (Brüssel) war auch als Metzger tätig, wie aus der Biografie seines Sohnes Julius hervorgeht. Der Allgemeine bayerische National-Korrespondent berichtete 1830, dass "die Religionslehrer- und Vorsänger-Stelle an der israelitischen Religions-Schule zu Segnitz, Landgereicht Ochsenfurt, dem geprüften Lehramts-Kandidaten Julius Brüssel aus Hollstadt übertragen wurde". Julius Brüssel (1801-1855) gründete dort später die "Brüsselsche Handelslehr- und Erziehungsanstalt". Zu den Einrichtungen der Gemeinde gibt es nur die Vermutungen von Israel Schwierz (*1943) zu einer Synagoge und einer Mikwe. Er gab als Standort das Gebäude Brunnenstraße 10 / Ecke Schmiedsgasse an.
Bevölkerung 1840
Literatur
- Dirk Rosenstock: Die unterfränkischen Judenmatrikel von 1817. Würzburg 2008 (= Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg 13), S. 215.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 74.
- Max Siebert: Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form dargestellt. München 1840, S. 418.
