Jüdisches Leben
in Bayern

Gundelfingen (Donau) Gemeinde

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sollen sich in Gundelfingen etwa 90 Juden aufgehalten haben, die dann wohl auch eine Kultusgemeinde bildeten und sich in einer Synagoge/Betstube versammelten. Bis 1937 soll noch ein sogenannte "Judenhaus", ein L-förmiges Gebäude (Wohnheim und Stadel) gestanden haben, in zweiter Reihe zur Färbergasse. Dieses Bauwerk darf trotz der Namensgleichheit keinesfalls mit jenen Zwangsunterkünften verwechselt werden, die von den Nationalsozialisten bestimmt wurden. Tatsächlich gibt von den örtlichen Erzähltraditionen abgesehen nach aktuellem Kenntnisstand keine belastbaren Quellen, welche die Existenz einer Gemeinde belegen, 1840 lebte kein Jude im Ort.

Literatur

  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 257.
  • Max Siebert: Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form dargestellt. München 1840, S. 222.