Zwei bzw. drei Flurnamen weisen daraufhin, dass es in Bissingen wohl in früheren Jahrhunderten eine jüdische Gemeinde gab, die auch einen Friedhof außerhalb des Dorfes besaß (Flurname "Judenbegräbnis" bzw. "Judengraben", heute Neubaugebiet Am Eichelacker). Der "Judenacker" (Plan-Nr. 274-329) könnte sich auf den jüdischen Anteil an der Gmain bezogen haben. Weder vom Friedhof, noch der Gemeinde haben sich irgendwelche Spuren erhalten. Möglicherweise wurde die Gemeinde in Bissingen während der Pestpogrome 1348/49 als "Filiale von Augsburg" ausgelöscht, ansonsten erscheint der Ort nicht im großen Nürnberger Memorbuch. Eine neue jüdische Gemeinde bildete sich nicht mehr, bis ins späte Jahrhundert lebte kein einziger Jude im Ort.
Bevölkerung 1910
Literatur
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 253.
- Siegmund Salfeld: Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches (= Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland 3). Berlin 1898, S. 244f.
