Jüdisches Leben
in Bayern

Arnstorf Gemeinde

Nach dem Zweiten Weltkrieg richteten US-Armee und die UNRRA im Jahr 1946 eine kleine jüdische DP-Gemeinde ein. Dafür wurde unter anderem das Gasthaus Sieffert (Marktstraße 188) beschlagnahmt, in dem das Gemeindezentrum eingerichtet wurde und in dem auch viele der DPs notdürftig unterkamen. Die Gemeinde unter dem gewählten Vorsitz von Schmuel Zarrewski und Leon Birenholz verwaltete sich größtenteils selbst. Ein Betraum befand sich entweder im Gasthaus Sieffert oder in "einem von Juden bewohnten Privathaus" (Israel Schwierz). Ansonsten sind keine weiteren Einrichtungen bekannt. Im Juli 1946 bestand die Gemeinde aus 54 Personen, im Februar 1947 erreichte sie den Höchststand mit 72 Männern und Frauen. Im Laufe des Jahres sank bereits ihre Zahl, spätestens nach der Gründung des Staates Israels im Mai 1948 emigrierte die Mehrheit der DPs und die Gemeinde löste sich auf. Die Gebäude gingen an ihre ursprünglichen Besitzer zurück, heute erinnert nichts mehr an diese Episode jüdischen Lebens.

Bevölkerung 1910

Literatur

  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 336.
  • K. statistisches Landesamt: Gemeindeverzeichnis für das Königreich Bayern. Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und dem Gebietsstand von 1911. München 1911 (= Hefte zur Statistik des Königreichs Bayern 84), S. 49.